FILMWERKSTATT

WORK IN PROGRESS – Wir zeigen unsere Arbeitsstände, die den handelnden, berührbaren und existenten Menschen im Focus haben. In einer mit gewaltsamen Konflikten überzogenen Welt und den ebenso allzeit präsenten Ablenkungsangeboten der Medienindustrie, die die tiefe Auseinandersetzung mit sich und der Welt eher vermeiden oder nur passiv zahlend zulassen, ist unser Tun ein wesentlicher Aspekt politischer Arbeit.
Denn die Gesellschaft sind wir. Vom Passiven zum Aktiven. Vom Konsumenten zum Akteur. Vom Reden in das Erleben.

Film ansehen

MÖBELPACKERZ – Wir schleppen für Euch!

Männer, schwere Arbeit und Träume. 20 Portraits.
Sie wollen umziehen? Und wem vertrauen Sie Ihren Hausrat an?
Knackis, Assis, Alkis, Ossis, Ausländer ! Soweit das Klischee, doch jetzt sind Sie hautnah dabei.
Über 1 Jahr begleitete der Schauspieler, Produzent und Regisseur Olaf Rauschenbach die Männer und Frauen verschiedener Speditionen bei der täglichen Arbeit mit seiner Kamera. Er war ein Teil von ihnen. Diese Menschen und ihre schwere Arbeit zu würdigen, war seine Mission. Die Musik zum Film improvisierte die “Munich String Band” in einer einzigen Session im Sommer 2016.
Eine Langzeitbeobachtung – Männer unzensiert, roh, grob, ungebildet, abgefunden, empfindsam und auch glücklich.

Es musizieren: Philip Bradatsch (banjo, vocals), Gabe McCaslin (fiddle, vocals), Philipp Schöppe (mandolin, vocals), Paul Solecki, (bass, vocals), Rico Waldmann (guitar, dobro, vocals)

Film ansehen

FADESSE

Ein Film mit Figuren und Motiven aus Dostojewski „Schuld und Sühne“, Bruckner „Leonce und Lena“ und Zitaten von Martin Buber, u.a. aus der Rede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 1953.
Szenen mit klassischer Musik über satte Langeweile, unerfüllte Liebe, Freiheit und Verbrechen.
Lieder und Klangmotive u.a. von Brahms, Schubert, Wagner, Mahler.

Unsere jungen Heldinnen sind umgeben von selbstbezogenen Alten, die nur sich selbst sehen. Diese erschufen eine Scheinwelt, die ihnen letztendlich selbst zu viel geworden ist . Dem Druck nur mit einem “Alleinstellungsmerkmal” etwas “Besonderem” bestehen zu können, begegnen die Mädchen erst mit Apathie, Selbstzweifeln und Selbstaufgabe, dann schließlich mit unvermittelter, kalter Aggression auf dem Fundament einer wackligen Theorie. Doch eigentlich kämpfen alle die große Schlacht mit sich selbst. Und scheitern? Ein Film als Gesprächsangebot zu den drängenden Fragen unserer Zeit. Der Eröffnungsfilm zu „Das WeltschmerzProjekt“. Der Künstler Jonathan Meese behauptet in einem Interview mit der SZ: „Die Kunst wird die Politik ersetzen“. Das wäre eine Alternative. Fangen wir damit an.

Spieldauer: 60 Minuten / Digital; Stereo; Farbe / Übermut tut gut! Projektgruppe / Olaf Rauschenbach

Mit: Jana Lohoda, Verena Wessels, Jonas Gutmann, Franziska Baumgärtl, Hedi Huppertz, Simone Maria Reitmeier und Dieter Ziegler
Es singen: (Sopran) Rosi Haseitl, Petra Anetsberger, Iris Reckenfelderbäumer, Sabine Braun und als Solistin Christiane Noack; (Alt) Annemarie Bösl, Andrea Ammann, Simone Gindhart; (Tenor) Klaus Bösl, Bernhard Hindelang; (Bariton und Bass) Tobias Pupeter, Roland Schwenk; (Bass) Markus Gerg
Film ansehen

KONGOMÜLLER

Kurzspielfilm / Deutschland 2013 / Länge: 30 Minuten/ 16:9, Farbe, Stereo / Hofer Filmtage 2013
Nach zahlreichen Kriegseinsätzen findet Major Müller keinen Weg zurück in das zivile Leben.
Seinem Mitteilungsdrang folgend, sucht der Major Zuhörer und Zuspruch. Beides findet er nicht.
Die wiederholte monologische Erinnerung eigener Heldentaten bestimmt stattdessen seine Gegenwart – mit allen Konsequenzen.
Grundlage dieses 30 minütigen Kurzfilmes bilden die Aussagen des Söldners Siegfried Müller in dem Dokumentarfilm „Der lachende Mann – Bekenntnisse eines Mörders“ (Walter Heynowski und Gerhard Scheumann, DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, 1966), sowie Aufzeichnungen aus der deutschen Kolonialzeit in Afrika.
Rauschenbachs Major fügt sich ein in die Gesellschaft, seine Worte und das Missionarsmuseum bilden keinen Widerspruch. Er gehört dazu. Er fällt nicht weiter auf. Ein Schläfer. Ein lebender Psychopath aus einer vergessenen Zeit.
Unterhaltsam ist der Major Müller nicht, schön auch nicht, noch reicht es bei ihm zum erträumten großen Kino. Doch das sollte Ihnen keinen Anlass zur Ignoranz geben.
Ein intensiver Diskussionsbeitrag zur nötigen öffentlichen Debatte über die Folgen von Militäreinsätzen.
Kongomüller: Olaf Rauschenbach / Kamera: Fabian Exter / Kameraassistenz: Niklas Jörges /
Ton: Fabian Hild/ Maske: Laura Bertoldi / Idee und Buch: Olaf Rauschenbach

Film ansehen

WIR SIND UNSCHULDIG!

Krieg und Unterhaltung. Originaltexte, 1942 – 43 /
Die Nachricht von Tod und Vernichtung – ein Teil der Show.
Ein Dokumentarfilm. Ein Spielfilm. Das Dokument zum soziokulturellen und genreübergreifenden Film- und Theaterprojekt mit LaiendarstellerInnen im Alter von 13 bis 75 Jahren aus dem Jahr 2014 und dem Thema des Nebeneinanders von Krieg und Unterhaltung in den Medien, versinnbildlicht u.a. durch die Schlacht von Stalingrad, dem unmittelbar darauf entstandenen Film “Die Feuerzangenbowle” und Schlagern aus dieser Zeit. Wir präsentieren stellvertretend für Ihr tägliches Infotainmentprogramm tägliche Banalitäten und Katastrophen in Farbe und schwarz weiss. 
Spieldauer: 45 Minuten / Deutschland 2015 / Buch, Produktion, Spielleitung: Olaf Rauschenbach / Verleih und Buchung: FilmFaktum

“Die Feuerzangenbowle” Terra Film, Deutschland 1944 / “Soldaten” Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben von Sönke Neitzel und Harald Welzer / “Die Stalingradprotokolle” Sowjetische Augenzeugen berichten aus der Schlacht Jochen Hellbeck.
Mit der ergreifenden Authentizität des “Unperfekten” erleben die Akteure im originalen Wortlaut eine vergangene Realität in ihrer Unfassbarkeit und Banalität. Auf der Bühne, vor der Kamera. Durchsetzt vom Soundtrack jener Zeit, vereinen sich die Fragmente aus Film – und Theateraufnahmen zu einem bewegenden Ganzen und provozieren die Frage: Was hat das noch mit uns zu tun?

[…] Die Darsteller setzen sich den Texten emotional aus, zeigen ihre Gefühle. Durch ihre eindringliche Darstellung bringen sie den Zuschauer dazu, seine eigenen Verdrängungsmechanismen zu hinterfragen. Wie viel Zeit nimmt man sich als Zuschauer und Leser des Weltgeschehens, um den Schrecken des Krieges an sich heranzulassen, bevor der eigene Alltag die Empathie wieder verdrängt? […]
Augsburger Allgemeine

[…] Es sind Monologe […] die Rauschenbachs Film sehr eindringlich gestalten. […] Soldaten, die über Saufen, Fressen, Vergewaltigen und Töten sprechen. [… Gerade die Unschuld der Laien macht diesen Irrsinn begreifbar. […] Letztendlich fragt man sich, kann der Mensch nicht anders […]?
Starnberger Merkur

Mit:
Astrid Neubert, Franziska Baumgärtel, Marianne Resch, Verena Wessels, Amber Ebert, Evie Salün, Lea Feuerstein, Lisa Wimmer, Jana Lahoda, Martin Breiteneicher, Dieter Ziegler, Claas von Thuelen, Luca Aidelsburger, Harry Holzer, Sebastian Bott, Alex Fischer, Roland Schwenk